Ganzkörper
Kryotherapie
Wohlsein,
das aus der Kälte kommt:
Kältekammern mit -10 Grad C, -60 Grad C
und -110 Grad C
Indikation:
- chronisch entzündliche Gelenkserkrankungen
- chronisch entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen
- degenerative Gelenkserkrankungen
mit Sekundärentzündung
- Wirbelsäulensyndrome
- Weichteilrheumatische Erkrankungen
- Kollagenosen
- Vaskulitiden
- Postoperative Rehabilitation nach
Gelenk-
und Wirbelsäulenoperationen
- Autoimmunerkrankungen
- Psoriasis
- Neurodermitis
- Multiple Sklerose
- Lungenerkrankung
- Tinnitus
Kontraindikationen:
- akute Herz-/Kreislauferkrankungen
- arterielle
Durchblutungsstörungen,
Stadien III und IV
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Behandlungsablauf:
- Sie betreten in Badekleidung mit
Mundschutz, Ohrenschutz, Handschuhen, dicken Socken und festen
Schuhen die Kältekammer.
- Im ersten Vorraum, in dem -10
Grad Celsius herrschen, verweilen Sie etwa 30 Sekunden, danach
betreten Sie den zwweiten Vorraum, in dem die Luft -60 Grad Celsius
kalt ist und bleiben hier ebenfalls 30 Sekunden, um dann in den
-110 Grad Celsius kalten Therapieraum zu betreten. Hier beträgt
die Verweildauer 2,5 bis 3,5 Minuten, während dieser Zeit
gehen Sie langsam im Raum umher.
- Die Aufenthaltsdauer im
Therapieraum bestimmen Sie selbst.
- Die Therapiephasen werden fortwährend
durch eine Videoanlage überwacht.
- Durch große Fenster besteht
ständiger Sichtkontakt zum Arzt und durch eine Gegensprechanlage
ist die Sprechverbindung gegeben.
- Jede 1/2 Minute wird Ihnen die
abgelaufene Zeit durchgesagt.
- Den Therapieraum verlassen Sie
wieder auf dem gleichen Wege, wie Sie in betreten haben, ohne
jedoch zu verweilen.
- Der Therapieraum kann
jeder Zeit ohne Umwege durch eine von Ihnen selbst zu öffnende
Tür verlassen werden.
Unmittelbar
nach der Therapie erleben Sie ein angenehm warmes Gefühl des
ganzen Körpers, alle gelenke lassen sich freier bewegen. Die
Schmerzreduzierung setzt ein und dauert zwei bis drei Stunden, mitunter
auch länger an. In Abhängigkeit von der Anzahl der Behandlungen
kann sich dann im Verlaufe der Zeit eine länger dauernde Schmerzreduzierung
oder gar Schmerzfreiheit einstellen. Dieser Effekt kann mehrere
Monate lang fortdauern. Innerhalb des therapeutischen Konzeptes
schließt an die Kryotherapie meist eine krankengymnastische
Behandlung an. Die Anzahl deer Behandlungen richtet sich nach dem
Beschwerdebild und dem Therapieeffekt. In den ersten Tagen ist es
vorteilhaft, die Kryotherapie zweimal täglich durchzuführen,
nach einer Woche genügt dann eine Behandlung täglich.
Um einen länger anhaltenden Effekt zu erzielen, sind etwa 20
Behandlungen erforderlich.
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Wirkweise
Im
Unterschied zur lokalen Kryotherapie mit Eispackungen wirkt die
Ganzkörperkältebehandlung nicht über eine Abnahme
der Gewebstemperatur, sondern in erster Linie nervös reflektorisch:
Die maximale Stimulation der Kryorezeptoren hemmt zentral den Schmerzinput
und verändert eine Reihe biochemischer und hormoneller Prozesse.
Die maximale Stimulation der A-Delta-Fasern über die Kryorezeptoren
hemmt nach den experimentellen Untersuchungen von STRATZ et al.
die Nozizeptoren zentral. Diese
Schmerzreduktion wird von einer Abnahme der Endorphine, der Dopamine
und der Serotoninkonzentration und einem Kortisolabfall begleitet. Über die Blockade der Gamma-Neurone wird vermutlich auch die
Muskulatur relaxiert. FRICKE et al. konnten darüber hinaus
zeigen, daß bei Patienten mit entzündlichen rheumatischen
Erkrankungen unter der Therapie die Lymphozyten signifikant abnehmen
(sehr spezifisch die T-Helferzellen), während die T-Suppressorzellen
sogar zunehmen. Daher wird ein immunmodulierender Effekt der Ganzkörperkältetherapie
vermutet.
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Medizinische
Anwendung
Von jeher wurde Eis zur Schmerzlinderung eingesetzt, heute
ist die Kältetherapie medizinisch anerkannt. Mit den eisigen
Temperaturen wurden bislang Hautkrankheiten und rheumatische Schmerzen
gelindert. Nur mit Badekleidung, Wollhandschuhen, dicken Wollsocken
und Mundschutz vor Erfrierungen geschützt, setzen sich die
Menschen der Kälte aus. Bei der Anwendung der Ganzkörper-Kältetherapie
ist eine besondere Atemtechnik notwendig, denn durch die extremen
Minustemperaturen dehnt sich die kalte Luft in der Lunge um etwa
das Dreifache aus, die Lungenbläschen erweitern sich. Damit
nicht zuviel Sauerstoff ins Blut gelangt, muss man in der Kältekammer
häufiger und flacher aus- und einatmen.
Die Kälte unterbricht die Schmerzleitung im Körper. Verkrampfte
Muskeln entspannen sich, erkrankte Gelenke werden beweglicher. Durch
die stärkere Durchblutung des Gewebes kann sich die Wirkung
von Medikamenten besser entfalten, die Dosis kann entsprechend verringert
werden. Bei Schuppenflechte oder Neurodermitis lässt der Juckreiz
nach, die Rötungen gehen zurück. Die Kältetherapie
verursacht keine Nebenwirkungen. In der medizinischen Anwendung
wurde lediglich eine nachweisliche Leistungssteigerung als Begleiterscheinung
festgestellt.
Mobilisierung
der Kraftreserven
Besucher von Kältekammern berichten nach der eisigen Anwendung
von Glücksgefühlen und dem Gefühl, Bäume ausreißen
zu können. Normalerweise steht nur ein kleiner Teil der persönlichen
Energie- und Kraftreserven direkt zur Verfügung. Der größte
Teil des Energiepotentials liegt im Verborgenen. Die Anwendung in
der Kältekammer ist ein Weg der Aktivierung der brachliegenden
Kraftreserven.
Immer mehr Profisportler und auch Manager nutzen den Vitalisierungseffekt
als gezielte Leistungssteigerung vor sportlichen Wettkämpfen
oder bei beruflichen Herausforderungen. Die positive Wirkung hält
nach einer Einzelbehandlung ungefähr drei Stunden an.
Regelmäßige Anwendungsserien mit 20 bis 50 Durchgängen
führen zu einer permanenten Leistungssteigerung und anhaltenden
Stärkung der Vitalität und des Wohlbefindens. Die Leistungssteigerung
wird durch eine erhöhte Ausschüttung von Hormonen (wie
Cortison, Opiate, Endorphine und Peptide) in den Blutkreislauf erreicht.
Auch der Sauerstoffanstieg im Blut durch die Intensivierung der
Atmung bei 110 Grad Minus wirkt stärkend. Der höhere Sauerstoffgehalt
im Blut verbessert die Durchblutung der Herzkranzgefäße.
Vitalisierende
Wirkung
Die Wirkungsweise der Kältetherapie beruht auf der plötzlichen,
schockartigen Abkühlung der Haut. Die Hauttemperatur sinkt
bis auf zwei Grad ab. Der Körper hingegen bleibt während
der kurzen Aufenthaltsdauer unverändert warm. Die Kälte
betäubt schlagartig die Nerven, und die Blutgefäße
bilden eine Schutzzone um den Körperkern, damit dieser nicht
auskühlt.
Die Ganzkörper-Therapie führt zu einer Reihe von positiven
Veränderungen, die teils über die Herabsetzung der Nervenleitgeschwindigkeit,
teils biochemisch über eine positive Beeinflussung bestimmter
Neurotransmitter entstehen.
Die komplexe Wirkung auf den Körper führt zu einer Zunahme
an Vitalität und Wohlbefinden und hat einen positiven Einfluss
auf das Immunsystem. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden
gestärkt und Entzündungsreaktionen eingedämmt.
Muskelentspannung und Funktionsverbesserung von Gelenken, Durchblutungsförderung,
Immunisierung gegen Erkältungskrankheiten sind für viele
aber nur eine positive Begleiterscheinung. Immer mehr Kältetherapie-Begeisterte
gehen in die Kammer, um ihr allgemeines Wohlbefinden zu steigern.
Die eisigen Temperaturen bewirken die Ausschüttung von Glückshormonen
und verursachen ein kurzes Hochgefühl, ähnlich dem "Kick"
beim Bungee-Springen.
Den Kick in der Kältekammer kann sich jeder geben, einzige
Voraussetzung ist ein stabiler Kreislauf, den der Arzt vor dem Kältekammer-Besuch
bescheinigen muss.
Hier
geht es zum Protokoll vom Vortrag MS und Kälte - Prof.Papenfuss
Erfahrungen
unserer ersten Ganzkörperkältetherapie
Buchtip
zur Ganzkörperkältetherapie
Konsensuspapier
zur Ganzkörperkältetherapie
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