AktuellesProtokoll GKKT

 

Protokoll zum Vortrag Ganzkörperkältetherapie von Prof.Papenfuß

 



Die Selbsthilfegruppe Abensberg Prof. Pappenfuss als Referent über das Thema Ganzköperkältetherapie und deren Wirkungsweise gewinnen. Prof. Pappenfuss sammelte in den letzten 10 Jahren hauptsächlich Erfahrungen in der Behandlung von Rheuma-Patienten und konnte hierbei nur Positives verzeichnen.

Über diesen Weg brachte er diese Therapieform auch in die Behandlungsschemata für MS-Betroffene ein und erzielte auch hier sehr gute, vielversprechende Ergebnisse.

Die rein passive physikalische Anwendung findet ihren Ansatzpunkt in den Kaltsensoren der Haut.

Die normalen Temperaturen derHaut liegen zwischen 22°-32 C, während einem dreiminütigen

Aufenthalt in einer Kältekammer sinkt diese auf 3°-5° C.

Durch diesen Temperaturabfall steigt die Entladungsfrequenz auf 120-140 Impulse/sek. (normal 20-30Impulse/sek.), die somit auf Nervenbahnen im Rückenmark einwirken.


An dieser Stelle erfolgt eine Neuronenumschaltung und dadurch eine positiv-aktivierende Stimulation auf motorische, gelenkstabilisierende, sympathikotone, schmerzregulierende und Tiefensensibilität-steuernde Nervenfasern.
Auch ist es in den meisten Fällen der MS-Erkrankungen bekannt, dass kältere Temperaturen im
Vergleich zu Wärme- oder Hitzeeinflüsse subjektiv als weitaus positiver für das Allgemeinbefinden
angesehen werden. Durch diese Gesichtspunkte wäre eine Ganzkörperkältetherapie für MS-Betroffene sehr vielversprechend.

Der Aufbau der Kälteeinrichtung besteht aus einem 3-Kammersystem mit langsam fallender Gradzahl von –10° auf-60°–110° C.Eine Anwendung sollte max. 3 Minuten dauern und 2-3 Mal täglich durchgeführt werden.Um einen sinnvollen Therapieerfolg zu erzielen, bedarf es ca. 15-30 Sitzungen, die im optimalen Fall 2 Mal jährlich wiederholt werden.

Die Kosten pro Kältegang belaufen sich auf ca. 10-18 EUR.

Innerhalb der darauffolgenden 4 Stunden Nachwirkzeit ist eine physiotherapeutisch-aktivierernde
Behandlung dringend zu empfehlen, da in diesem Zeitraum der positiv-reflektorische Effekt des
Kältereizes auf Muskulatur und Gelenke am besten stabilisiert werden kann.


Wirkungen bei MS

- Verbesserung des Allgemeinbefindens (Psyche, Beweglichkeit, Schlafverhalten, Müdigkeit)
- Tonusregulation, positive Beeinflussung der motorischen Fähigkeiten
- Gangbildverbesserung
- Fein-/Zielmotorik
- Kraftzunahme
- Schmerzreduktion
- Entzündungshemmung
- Verbesserung von Depression
- Spastiksenkung über Gleichgewicht der muskulären Gegenspieler und deren
nervalen Stimulation

Bislang konnte eine positive Wirkung auf die Regulierung des Autoimmunprozesses und somit der
Entmarkung an den Myelinscheiden noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden.



weitere Indikationen der Ganzkörperkältetherapie

- Neurodermitis- Rheuma
- Asthma bronchiale
- Arthrose
- chronische Schmerzen
- muskuläre Verspannungen


 zu beachtende Kontraindikationen 


- unbehandelter Bluthochdruck

- Herzinfarkt vor weniger als 1 Jahr
- Herzerkrankungen
- arterielle Verschlusskrankheit
- periphere Nervenerkrankung
- Akute Nieren/Blasenerkrankung
(keine Einschränkung bei chronisch/reflektorischer Blasenschädigung (bei MS-Patienten)


Abschließend ist zu sagen, dass es laut Prof. Pappenfuss während der Behandlung von MS Erkrankten zu keinerlei Verschlechterung der Symptome gekommen ist.
Ferner ist eine stark positive Reaktion bei 80-85 % der Patienten zu verzeichnen. Wichtig ist, diese Artvon Therapie nicht als alleinstehende Maßnahme für MS-Behandlungen zu sehen, sondern zur
Bekämpfung und Linderung der bestehenden Symptome als erfolgsversprechende Alternative im Blick zu haben. Im nächsten Jahr plant die Gruppe aus Abensberg eine Kältetherapie-Einheit in
Bad Bleiberg/Österreich
unter ärztlicher Mitbetreuung durch Prof. Pappenfuss.
Nähere Infos auf den entsprechenden Internetseiten!

gez.
Cornelia Lechner



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